Windows-11-Update ausführen

Monatlich, und zwar am 2. Dienstag im Monat, veröffentlicht Microsoft für sein aktuelles Betriebssystem Windows 11 Updates. Das können Sicherheits-, Funktions- und/oder auch Treiber-Updates sein.

Diese Updates sind notwendig, um die Sicherheit des Betriebssystems zu gewährleisten und dieses auch weiterzuentwickeln. Windows existiert in verschiedenen Versionen. Zusätzlich wird der Stand der Feature-Updates angegeben. Unterstützt werden aktuell die Windows-11-Versionen 24H2, 25H2 und – seit März 2026 – erstmals auch Windows 11 26H1 (25H2 bedeutet 2025, 2. Halbjahr).

Ein Spezialfall sind Sicherheitsupdates für Windows 10 22H2 (nur diese Version!) im erweiterten Support (ESU = Extended Security Updates).

So führen Sie Updates aus:

  1. Öffnen Sie die Einstellungen
    • Drücken Sie WIN+i oder
    • klicken Sie auf Start → Einstellungen
  2. Navigieren Sie zu Windows Update
    • Klicken Sie auf „Windows Update“
  3. Nach Updates suchen
    • Klicken Sie auf „Nach Updates suchen“.
    • Warten Sie, bis Windows alle verfügbaren Updates findet. Das dauert manchmal einige Minuten, insbesondere, wenn Sie Ihr System längere Zeit nicht geupdated haben.
  4. Updates herunterladen und installieren
    • Bei gefundenen Updates: Klicken Sie auf „Herunterladen und installieren“.
    • Bei Feature-Updates kann ein separater Button erscheinen.
  5. Neustart durchführen
    • Nach Abschluss des Updates wird ein Neustart erforderlich sein
    • Sie können den Zeitpunkt oft wählen („Jetzt neu starten“ oder später planen)
  6. Nach dem Neustart den Erfolg des Updates prüfen
    • Zurück zu Windows Update → „Nach Updates suchen“
    • Sicherstellen, dass alle Updates erfolgreich installiert wurden: Prüfen Sie im „Updateverlauf“ die KB- und Build-Nummer. KB ist die Bezeichnung für das Update, die Build-Nummer beschreibt die die Systemversion.
  7. Prüfen Sie unter „Erweiterte Optionen“ auf weitere Updates: Treiber, Firmware oder auch andere Microsoft-Produkte benötigen ebenso Updates.

Galerie

Muss das alles sein?

Kurz: Ja. Denn es gibt keine fehlerfreie Software, zudem wenn sie so komplex ist wie ein Betriebssystem. Nach Schätzungen – Microsoft selbst veröffentlicht dazu keine Daten – umfasst der Windows-11-Code 60 bis 100 Millionen Codezeilen [https://windowsreport.com/windows-11-how-many-lines-of-code/]. Da kann schon mal etwas in Tüdel kommen.

Sicherheit:

  • Die meisten Qualitätsupdates schließen kritische Sicherheitslücken.
  • Ungepatchte (Patch = Flicken für eine Schwachstelle) Systeme sind anfällig für Malware (Oberbegriff für alle Arten von schädlicher Software) oder auch Ransomware (spezielle Form der Malware, die Daten verschlüsselt oder Systeme sperrt und Lösegeld für die Freigabe fordert).
  • ZeroDay-Lücken (Sicherheitslücke in Software oder Hardware, die dem Hersteller unbekannt ist und für die es bisher noch keinen offiziellen Patch oder Fix gibt) werden oft innerhalb von Tagen nach Bekanntwerden gepatcht. Auch Cyberkriminelle verfolgen das Update-Geschehen und setzen auf die Trägheit der Masse und daher ungepatchte Systeme, die sie angreifen oder sogar übernehmen können.

Stabilität:

  • Fehlerbehebungen verbessern die Systemzuverlässigkeit.
  • Kompatibilität mit neuer Software und Hardware wird gewährleistet.

Performance:

  • Performance-Optimierungen sind Teil vieler Updates.
  • Energieeffizienz kann verbessert werden. Zuletzt wurde auch die Leistung von SSDs verbessert (Solid State Drive, ein Speichermedium zur Datenspeicherung in Computern, das im Gegensatz zu herkömmlichen mechanischen Festplatten (HDD) keine beweglichen Teile besitzt).

Compliance:

  • In den AGBs werden Nutzer:innen bei sicherheitskritischen Anwendungen oft verpflichtet, ihre Systeme durch Updates aktuell zu halten.
  • Sie sind für die Sicherheit Ihrer und fremder Daten auf Ihren Systemen verantwortlich – niemand sonst. Kommt es zum Datenunfall und Ihnen kann nachgewiesen werden, dass Ihr System nicht dem aktuellen Stand entsprach, kann es Sie rechtlich und/oder finanziell hart treffen. So könnte z. B. Ihre Hausbank mit Verweis auf den fehlenden Stand der Technik die Regulation Ihres Schadens verweigern.

Sofort! oder später die Updates installieren?

Die Update-Gretchenfrage schlechthin. Letztlich müssen Sie für sich eine Entscheidung treffen. Die schlechteste: Aus Angst gar keine Updates installieren oder ein Uralt-Betriebssystem weiter verwenden, wenn dieses Zugang zum Internet hat oder Daten mit anderen Systemen austauscht.

Argumente für das Warten (3-7 Tage):

  • Frühe, kritische Bugs (Fehler, aus den Frühzeiten des Computers. Grace Hopper, US-Marineoffizierin und Informatikpionierin arbeitete 1947 am Harvard Mark II Computer, der nicht funktionierte: Eine Motte war in ein Relais geflogen und hatte den Kontakt blockiert. Die Motte wurde entfernt und in das Tagebuch geklebt. „First actual case of bug being found.“ Die Geschichte ist zu schön… Ja, Bugs gab es auch schon früher. Thomas Edison habe es auch schon für Probleme mit seinen Erfindungen genutzt), die „Kinderkrankheiten“ eines Updates, erkennen: Kritische Probleme zeigen sich oft in den ersten Tagen. Sie betreffen zumeist nicht alle User:innen, sondern oft nur bestimmte PCs und/oder Konfigurationen. Persönlich habe ich solche Schwierigkeiten mit Updates in meiner aktiven Windows-Zeit noch nicht erlebt.
  • Nutzen Sie das öffentliche Community-Feedback in Tech-Foren, Nachrichten – und natürlich via maniabel.de.
  • Überlegen Sie, wo Ihnen die „Haue“ mehr weh tut: Können Sie einen potenziellen Systemausfall einfach so überstehen?

Argumente für das Sofort!

  • Jede ungepatchte Lücke ist ein Einfallstor und ein Sicherheitsrisiko. Bösewichter schlafen nicht.
  • Cyberkriminelle nutzen bekannte ZeroDay-Schwachstellen sofort. Oft schon nach 30 Minuten sind erste Angriffe unterwegs. In KI-Zeiten geht vieles eben schneller.
  • Sie vermeiden Software-Kompatibilitätsprobleme: Manche Software funktioniert nur mit neuesten Updates.

maniabel empfiehlt:

  • Vor dem Updateprozess:
    • Arbeiten am System und an Softwareanwendungen beenden
    • Systemwiederherstellungspunkt erstellen
    • BackUps erstellt?
    • Bitlocker-Wiederherstellungsschlüssel für alle verschlüsselten Partitionen des Systems sichern!
  • Wenn Sie mehrere Geräte haben sollten: ein Gerät updaten Sie sofort, das andere maximal zwei Tage später.
  • Wenn Sie Ihr Gerät nur zum Surfen (im hellen Web), Filme schauen oder Zocken verwenden – also für nichtkritische Prozesse – können Sie bis zu zwei Tage warten. Zumindest der Windows-Defender sollte aber aktuell sein und laufen.
  • Führen Sie auf Ihrem Gerät kritische Prozesse, wie z. B. Banking oder Aktienhandel aus, sollten Sie nicht warten. Für Firmen, auch die ganz kleinen gilt: Updatepflicht, und zwar subito!

Unterschiede der Update-Funktion zwischen Home- und Pro-Versionen:

Windows 11 Home

  • Updates werden automatisch heruntergeladen und installiert.
  • Keine Möglichkeit, die Installation des Updates langfristig zu verzögern, maximal fünf Tage sind möglich.
  • Updates können den PC neu starten, wenn Sie nicht aktiv sind.
  • Feature Updates müssen innerhalb eines Jahres installiert werden.

Windows 11 Pro

  • Updates können bis zu 35 Tage pausiert werden
  • Mehr Kontrolle über Update-Zeitpunkte durch Gruppenrichtlinien wird möglich.

Windows 11 Enterprise

  • Bis zu 365 Tage Verzögerung für Feature-Updates sind möglich. Feature-Updaten fügen Windows neue Funktionen hinzu, sie sind nicht sicherheitskritisch.
  • Hotpatch-Updates ab 24H2 oder höher verfügbar: Updates benötigen keinen Neustart. [Microsoft Intune oder Windows Autopatch werden vorausgesetzt].

Optional-, Pflicht- & Notfall-Updates: Windows 11 Update-Terminologie

1. Optional: Vorschau-Update (Preview Update)

Ein Vorschau-Update wird typischerweise etwa eine Woche vor dem regulären PatchTuesday veröffentlicht. IT-Admins oder auch interessierte User:innen können Updates frühzeitig testen. Ein Rollback ist möglich, wenn es nicht funktionieren sollte.

2. Pflicht: Kumulatives Update (Cumulative Update)

Das Kumulative Update ist das Standard-Qualitätsupdate für Windows, das alle bisherigen Patches seit dem letzten Feature-Update enthält. Sicherheitslücken werden geschlossen, Fehler behoben sowie Performance und Systemstabilität verbessert. Zur Identifikation werden die Updates (KB5079420) und das System-Build (26200.8037) numeriert (in Klammern: März-PatchDay 2026 für 25H2).

In der Regel ist der 2. Dienstag im Monat PatchDay (oder auch PatchTuesday). Deutschland erreichen die Updates gegen Abend.

3. Notfall: Out-of-Band-Updates (OOB)

OOB-Updates erreichen Nutzer:innen außerhalb des regulären Update-Zyklus. Damit werden kritische Sicherheitslücken geschlossen, die oftmals bereits aktiv angegriffen werden und eine sofortige Intervention erfordern. Diese Updates werden sehr schnell veröffentlicht, oft vergehen keine 24 Stunden. Und ja: Da es bei Microsoft schnell gehen muss, haben diese Updates eine höhere Fehlerquote. Dennoch: Auch Sie sollten diese Updates bei akuter Bedrohung zügigst übernehmen.

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